Ungehorsames Gemüse auf dem #AckerBleibt!

Seit Anfang Mai 2019, mittlerweile fast ein Jahr lang, ist der 80 Hektar große Acker in Neu-Eichenberg besetzt. Viel ist seitdem passiert und der anhaltende, starke Widerstand gegen den Bau eines Sondergebiet Logistik zeigte im Januar seine Wirkung. Am 21.01.20 beschloss die Gemeindevertretung eine vorläufig 6-monatige Planungspause, während der sich mit möglichen alternativen Nutzungskonzepten auseinander gesetzt werden soll. Auch wenn noch unklar ist, wie es nach dieser Zeit weiter geht, gibt das Grund zur Hoffnung. Während nun die Fläche um das Protestcamp für eine Bewirtschaftungsperiode von fünf ortsansässigen Landwirten konventionell bewirtschaftet wird, haben sich Menschen entschlossen auf der Fläche des Camps ökologisch Gemüse anzubauen und so entstand die Gruppe „Ungehorsames Gemüse“.

Wer wir sind

Wir sind eine kleine, bunt gemischte Gruppe u.a. aus Studierenden der Ökologischen Landwirtschaft, ausgebildeten Landwirt_innen, Praktiker_innen und Klimaaktivist_innen. Uns vereint der Wunsch, den fruchtbaren Boden für die nachhaltige Kultivierung von Nahrungsmitteln zu nutzen. Dabei liegt uns nicht nur das Gemüse an sich, sondern insbesondere auch der Einbezug der Menschen aus der Gemeinde am Herzen. Wir wollen einen Ort der Begegnung und zum gemeinsamen Gärtnern schaffen, wo verschiedene Anbaukonzepte ausprobiert und ökologischer Gemüsebau repräsentiert werden können. So sollen alternative Nutzungsformen für die 80 ha Boden sichtbar und greifbar werden. Und das nicht nur für diese eine Saison, sondern mit der Vision einer langfristigen, zukunftsfähigen Landwirtschaft! Einige von uns haben bereits Erfahrung im Gemüseanbau. Die Fläche um das Aktionscamp bietet die Möglichkeit zum Wissensaustausch, zum Ausprobieren und Experimentieren und somit zum ganz viel Neues lernen. Geplant ist momentan auf einer Fläche von ungefähr 0,76 ha der Anbau von ca. 40 Kulturen, zum Teil alte und seltene Sorten, Blühstreifen, Gründüngung, auch für Transfermulchsysteme, und vieles mehr, frei nach dem Motto: Es lebe die Vielfalt!

Mitmachen

Klingt nach einem großen Projekt? Auf jeden Fall und alle helfenden Hände sind herzlich willkommen! Wir sind eine offene Gruppe und laden alle Menschen, die mit Ideen, Kritik oder Lust zum Gärtnern dabei sein wollen, ein. Ein paar Möglichkeiten, wenn du aktiv werden willst:

  • Mitmachtage: Immer samstags zwischen 14 und 20 Uhr sind Menschen auf dem Acker, die das Projekt ein bisschen koordinieren und einen Überblick haben, was aktuell ansteht. Aufgrund von Corona können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht zu Mitmachtagen einladen. Sollte sich das ändern, heißt es dann: Schnappt euch eure Wasserflaschen und Gartenhandschuhe und macht euch samstags auf den Acker! Bis dahin wollen wir unsere Arbeit gerne trotzdem mit vielen helfenden Händen fortsetzen, nur natürlich in einer Pandemiezeiten entsprechender Form. Wir vermeiden Menschenansammlungen und treffen Vorkehrungen, um die Gesundheit aller zu schützen. Schreibt uns gerne eine Mail, oder wenn ihr direkt auf dem Acker vorbei kommt, dann teilen wir uns so auf, dass wir nicht alle gleichzeitig am gleichen Ort arbeiten. Wir freuen uns auf euch!

  • eine eigene Gartenparzelle: Wenn ihr mehr Lust habt auf eine eigene kleine Fläche, auf der ihr euch gärtnerisch ausleben könnt, gibt es die Möglichkeit, in Absprache eine Parzelle für euch abzustecken. Kommt am besten an einem der Mitmachtage auf den Acker und sprecht uns an oder schreibt uns einfach eine Mail!
  • Möglichkeiten für Projektarbeiten für die Uni: Wir haben auf dem Acker einen wunderbaren Freiraum in dem ganz viel ausprobiert werden kann und der somit ein idealer Ort zum Forschen und Experimentieren ist. Eine Projektarbeit für die Uni schreiben und gleichzeitig auf dem Acker aktiv sein bietet sich da förmlich an. Meldet euch gerne, wenn ihr Ideen oder passende Themen habt. Mögliche Themenfelder wären z.B.: Mulchsysteme, Mischkulturen, Untersaaten im Gemüsebau, Sortenversuche, Kommunikation in gemeinschaftlichen Gartenprojekten, Dokumentation von gemeinschaftlichen Gartenprojekten, Ernährungssouveränität …

Corona

Uns ist bewusst, dass gemeinsame Aktionen in Zeiten von Corona nicht wie sonst möglich sind. Wenn ihr auf den Acker kommt, dann denkt bitte an folgendes:

  • es sollte ein Abstand von mindestens 1,5 m, besser mehr, zu anderen Menschen eingehalten werden
  • bringt selber Essen und Trinken mit
  • betretet keine geschlossenen Räume
  • tragt bei der Benutzung von gemeinschaftlich genutzten Geräten Gartenhandschuhe

Passt auf euch und eure Mitmenschen auf! Wir wollen das Infektionsrisiko minimieren und halten es trotzdem für wichtig aktiv zu sein.

Was passiert mit dem Gemüse?

Zum einen wird das Gemüse die Menschen auf der Ackerbesetzung versorgen. Darüber hinaus ist geplant Selbsternteflächen zur Verfügung zu stellen sowie Gemüse in den umliegenden Dörfern mit einem Lastenfahrrad zu verteilen und dabei über die aktuelle Situation auf dem Acker zu informieren. Nach Möglichkeit soll es gemeinsame Koch- und Verarbeitungsaktionen geben. Hintergrundgedanke ist unter anderem die Verbindung der Menschen vor Ort zu dem fruchtbaren Ackerland zu stärken und einen bewussteren Umgang und Konsum von gesunden, lokalen und saisonalen Nahrungsmitteln zu fördern.

Kontakt

E-Mail der Garten-Crew: ackergemuese@riseup.net

Oder kommt direkt auf den Acker in Neu-Eichenberg, zwischen Eichenberg Bahnhof und Hebenshausen (siehe Kontakt).

Neuigkeiten gibt's immer wieder auch auf Twitter: https://twitter.com/unserAcker